Mitte der Neunzigerjahre begann Doreen Dietels Karriere vielversprechend. Nach einer Rolle im „Tatort“ folgten weitere Engagements, unter anderem an der Seite von Uschi Glas. Mit „Sylvia – Eine Klasse für sich“ machte sich die Schauspielerin zunehmend einen Namen.
1999 traf sie jedoch eine spontane Entscheidung, deren Folgen sie noch viele Jahre beschäftigten. Auf einer Party soll ein Arzt ihre schmalen Lippen kommentiert haben. Dietel ließ sie daraufhin mit Silikon aufspritzen. Doch die Lippen schwollen stark an – und gingen anschließend nicht mehr auf ihre ursprüngliche Größe zurück.

2014 sprach sie offen darüber, wie sehr sie den Eingriff bereute. „Ich habe mir mein ganzes Leben versaut“, sagte Dietel damals. Sie habe das Gefühl gehabt, beruflich zunehmend auf ihre Lippen reduziert zu werden. Hinter ihrem Rücken sei sogar darüber gesprochen worden, dass ihr Aussehen einer Besetzung im Weg stehe.

Obwohl sie weiterhin im Fernsehen arbeitete, blieben die erhofften großen Rollen aus. Gleichzeitig musste sie mit öffentlicher Kritik an ihrem Äußeren umgehen. Die Belastung führte nach ihren eigenen Schilderungen schließlich in eine schwere persönliche Krise.

Dietel machte später öffentlich, dass sie damals nicht mehr leben wollte und einen Suizidversuch unternommen hatte. 2014 ließ sie ihre Lippen behandeln: Kortisonspritzen sollten Narben und Verknotungen im Gewebe lösen. Die Folgen des früheren Eingriffs konnten jedoch nicht vollständig rückgängig gemacht werden.
Ihre Karriere setzte Dietel trotzdem fort. Ab 2007 spielte sie in „Dahoam is Dahoam“, später war sie auch im Dschungelcamp und bei „Promi Big Brother“ zu sehen. Aus ihrer Erfahrung zog sie eine klare Konsequenz: Menschen niemals auf ihr Äußeres zu reduzieren.
