Nur vier Wochen nach der Geburt ihrer Tochter im April 2025 nahm Franca Lehfeldt bereits wieder einen beruflichen Termin wahr. Dafür musste die 37-Jährige viel Kritik einstecken. Heute erklärt sie, warum der schnelle Wiedereinstieg für sie trotzdem die richtige Entscheidung war.
Ihre Arbeit sei ein wichtiger Teil ihrer Identität und außerdem wirtschaftliche Notwendigkeit. Seit 2023 führt Lehfeldt ihr eigenes Kommunikations- und Beratungsunternehmen. „Meine Arbeit ist Leidenschaft, ich bin Verfechterin des Leistungsprinzips. Aber sie ist kein Hobby, ich muss Gehälter bezahlen und meinen Lebensunterhalt verdienen“, stellt sie klar.

Im Familienalltag setzt sie gemeinsam mit Ehemann Christian Lindner auf eine möglichst gleichberechtigte Aufteilung. Auch nachts wechselten sich beide bei der Betreuung ihrer Tochter ab. „Es geht nicht um Perfektion, es geht um Teamwork“, beschreibt Lehfeldt ihr Modell.
Посмотреть эту публикацию в Instagram
Die ersten sechs Monate verzichtete das Paar auf zusätzliche Betreuung, inzwischen unterstützt eine Tagesmutter die Familie. Bewusst entschied sich Lehfeldt zudem gegen das Stillen, damit sich beide Elternteile auch die nächtlichen Aufgaben teilen konnten. Für sie sollte jede Frau diese persönliche Entscheidung selbst treffen dürfen.
Посмотреть эту публикацию в Instagram
Gleichzeitig warnt Lehfeldt vor den finanziellen Folgen langer beruflicher Auszeiten. Sie verweist auf die Rentenlücke zwischen Frauen und Männern in Deutschland und fordert Paare dazu auf, frühzeitig über Arbeitsteilung, Altersvorsorge und finanzielle Absicherung während der Elternzeit zu sprechen.
Посмотреть эту публикацию в Instagram
Mit ihrem Buch „Gute Mütter, schlechte Mütter“, das am 2. Oktober erschien, beschäftigt sie sich nun ausführlich mit Erwartungen und Vorurteilen gegenüber Müttern. Ihre eigenen Entscheidungen bereut Lehfeldt nicht: Die ersten anderthalb Jahre als Mutter seien zwar teilweise anstrengend, gleichzeitig aber wunderschön gewesen – und sie würde ihren Weg wieder genauso wählen.
