Für Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit stehen derzeit Gesundheit und Genesung an erster Stelle. Während sie sich nach einer lebensrettenden Lungentransplantation in einem Krankenhaus in Oslo erholt, traten zwei ihrer Kinder bei der Fußball-WM in den USA in die Öffentlichkeit.
Erbprinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus verfolgten am Dienstag in East Rutherford im US-Bundesstaat New Jersey das WM-Spiel zwischen Norwegen und Senegal. Gut gelaunt feuerten sie die Mannschaft um Superstar Erling Haaland von der Tribüne aus an und jubelten schließlich über den hart erkämpften 3:2-Erfolg.

Auch die norwegischen Fans sorgten erneut mit ihrer bekannten Wikinger-Ruder-Choreografie für Stimmung. Sogar das Parlament in Oslo schloss sich der Begeisterung an und sandte den Nationalspielern mit einer gemeinsamen Rudereinlage symbolisch seine Unterstützung.
Für Mette-Marit dürfte der Blick dagegen ganz woanders liegen. Die 52-Jährige erhielt erst vor wenigen Tagen eine neue Lunge. Nach Angaben des norwegischen Königshauses verlief die Transplantation erfolgreich. Bereits Anfang Juni hatte sich angedeutet, dass ein lebensrettender Eingriff notwendig werden könnte. Kronprinz Haakon sagte mehrfach Termine ab, um bei seiner Frau zu sein, während Ingrid Alexandra eigens aus Australien nach Norwegen zurückkehrte.


Zusätzliche Sorgen bereitete der Familie zuletzt Marius Borg Høiby, der älteste Sohn der Kronprinzessin. Er hatte mehrfach versucht, wegen des Gesundheitszustands seiner Mutter aus der Untersuchungshaft entlassen zu werden. Ohne Erfolg. Mitte Juni wurde er in einem viel beachteten Verfahren unter anderem wegen Vergewaltigung schuldig gesprochen und zu vier Jahren Haft verurteilt.
Die Kronprinzessin leidet seit Jahren an der unheilbaren Lungenfibrose. Nachdem sich ihr Zustand in den vergangenen Monaten drastisch verschlechtert hatte, sprach der Hof Anfang Juni von einer lebensbedrohlichen Situation. Kurz darauf wurde sie auf die Transplantationsliste gesetzt und wenige Tage später operiert.

Nach Einschätzung der Ärzte hätte Mette-Marit ohne den Eingriff nur noch etwa ein Jahr zu leben gehabt. Die neue Lunge verbessert ihre Chancen deutlich, dennoch bleibt der weitere Verlauf mit Risiken verbunden. Abstoßungsreaktionen und Infektionen können jederzeit auftreten, weshalb sie lebenslang Medikamente einnehmen muss.
Experten gehen davon aus, dass sich ihr Leben dauerhaft verändern wird. Auch ihre zukünftigen Aufgaben als Königin wird sie voraussichtlich nur noch eingeschränkt wahrnehmen können.
