Ein Interview auf Englisch hat für Flavia Zaka unerwartet heftige Folgen gehabt. Die Ehefrau von Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir geriet nach einem Auftritt bei der Landesgartenschau in Ellwangen ins Visier zahlreicher Kritiker. Einige Kommentare auf Instagram waren derart beleidigend, dass der Veranstalter sie löschen musste.
Jetzt äußert sich Zaka erstmals ausführlicher zu den Anfeindungen. Dabei macht sie deutlich, dass die Diskussion um ihre Sprache kein einmaliges Erlebnis ist. Immer wieder werde hinterfragt, wie gut sie sich in die deutsche und schwäbische Kultur sowie in das politische Leben einfüge.

Die Hintergründe liegen auch in ihrer persönlichen Geschichte. Flavia Zaka wurde in Albanien geboren und zog 1998 im Alter von zwölf Jahren mit ihrer Familie nach Kanada. Seit 2025 lebt sie mit Cem Özdemir in Stuttgart. Durch die vielen Veränderungen musste sie sich mehrfach in einer völlig neuen Umgebung zurechtfinden. „Ich komme immer wieder in neue Umfelder, in denen ich zunächst eine Außenseiterin bin. Das ist manchmal sehr schwierig“, erklärt sie.

Trotzdem sieht sie in diesen Erfahrungen nicht nur Belastungen. Wer unterschiedliche Kulturen kennenlerne, könne auch die eigenen Gewohnheiten aus einem neuen Blickwinkel betrachten. Gerade darin liege für sie eine wichtige Möglichkeit zur persönlichen Weiterentwicklung.

Dass sie ihr Interview auf Englisch führte, obwohl sie nach Ansicht einiger Kritiker durchaus Deutsch sprechen kann, erklärt Zaka mit ihrer besonderen Beziehung zur Sprache. „Sprache ist etwas sehr Mächtiges – und zugleich etwas sehr Persönliches“, betont sie. Sie könne verstehen, warum Menschen in Baden-Württemberg Wert darauf legen, dass auch Personen in öffentlichen Rollen ihre vertraute Sprache und den schwäbischen Dialekt verwenden.
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Gleichzeitig bittet die Ehefrau des Ministerpräsidenten um Verständnis. Sie kenne selbst das Gefühl, wenn die eigene Sprache nicht ausreichend gewürdigt werde. Deshalb brauche sie Zeit, um ihren persönlichen Zugang zum Deutschen und zum Schwäbischen zu finden. Die öffentliche Kritik zeigt, wie emotional dieses Thema für viele Menschen ist.
